VERANSTALTUNG 17.10.2011. im AZ KÖLN: Ägypten im Umbruch – Aufstand und Klassenkampf am Nil

Der Aufstand in Ägypten und weiteren Ländern im arabischen
Raum hat viele überrascht. Doch dem Sturz Mubaraks sind
massiv Klassenauseinandersetzungen vorausgegangen. Die
immer wieder aufflackernden Kämpfe, welche wir nicht nur im
arabischen Raum, sondern in vielen Regionen der Welt
beobachten können, erhalten in dieser Phase der Krise eine
globale Dimension. Die Klassenkämpfe der letzten Monate
zeichnen sich nicht nur durch erste Momente gegenseitiger
Bezugnahme, sondern auch durch die eindrückliche
Selbstorganisation ohne bestimmende Avantgarde aus. Doch die
Erfahrung zeigt, dass Kämpfe wie diejenigen im Land am Nil sich
weder nach einem vorbestimmten Muster entwickeln, noch frei
von Widersprüchen sind. So erweisen sich zum Beispiel
der Nationalismus und die demokratische Illusion besonders zäh
und wirkungsmächtig.
Aus dem Bedürfnis heraus, Erfahrungen auszutauschen und die
globalen Kämpfe international zu diskutieren, organisieren wir
diese Rundreise mit einem Anarchosyndikalisten, der
Arbeitskämpfe und soziale Bewegungen verfolgt. Mit ihm wollen
wir über die Schwierigkeiten und Perspektiven der Kämpfe in
Ägypten, aber auch über die Frage, was denn diese Kämpfe für
uns bedeuten, diskutieren.

Montag, 17. Oktober, 20 Uhr
Autonomes Zentrum Köln-Kalk
Wiersbergstr. 44
http://unsersquat.blogsport.eu

Last Minute Veranstaltungsankündigung: Japan – Kämpfe gegen Atomkraft und Kapitalismus

Veranstaltung mit AktivistInnen der Eisenbahnergewerkschaft Doro Chiba und des Studentenverbands Zengakuren

Do. 18. August 2011, 19:30 Uhr
Naturfreundehaus Köln-Kalk
Kapellenstr. 9a (U-Bahn Kalk-Kapelle)

Das Erdbeben in Japan vom 11. März 2011, mit dem anschließenden Tsunami und der Kernschmelze in den AKWs, hat weltweit den Konflikt um die Kernkraft radikal verändert. In Deutschland gingen Hunderttausende wieder auf die Straße und die Politik musste einen hektischen Kurswechsel vollziehen. Die Art und Weise, wie in Japan mit der atomaren Katastrophe umgegangen wurde, hat auch dort vielen Menschen deutlich gemacht, dass die atomare Energiewirtschaft eine akute Bedrohung unseres Überlebens darstellt – und abgeschafft gehört!

Über den Widerstand der Menschen in Japan erfahren wir hier nur wenig. Daher freuen wir uns, am 18. August in Köln mit AktivistInnen von zwei Organisationen diskutieren zu können, die in Japan am Kampf gegen Atomkraft und Kapitalismus beteiligt sind.

Doro Chiba ist eine kämpferische Eisenbahnergewerkschaft in der Präfektur Chiba nahe Tokio. Sie kämpft seit Jahrzehnten für bessere Arbeitsbedingungen für alle EisenbahnarbeiterInnen: Seit die japanische Regierung 1987 die Japanische Staatsbahn privatisierte und 1047 Eisenbahner feuerte, die dagegen gestreikt hatten, unterstützt Doro Chiba ihren Kampf um Wiedereinstellung. Unter dem Slogan „Keine Sicherheit ohne Kampf” wehrt sie sich gegen die Auslagerung der Inspektionen und der Reparaturen an Gleisen und Eisenbahnen.

Außerdem setzt sich Doro Chiba seit den 1960er Jahren für die Rechte der Bauern in Sanrizuka ein, deren Felder zum größten Teil dem Bau des Flughafens Narita weichen mussten. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit ist der Widerstand gegen die US-Militärstützpunkte auf der japanischen Inselgruppe Okinawa. Zu den Jahrestagen von Hiroshima und Nagasaki organisiert Doro Chiba große Protestmärsche gegen die Nutzung von Atomkraft, sei es als Energielieferant oder für Waffen. Doro Chiba fordert als eine der wenigen Organisationen schon seit Jahrzehnten die komplette Abschaffung von AKWs und Atomwaffen in Japan und der ganzen Welt.

Ihre Losung lautet „Danketsu“, was soviel wie „Solidarität“ bedeutet. Sie leben diese Solidarität auch im Alltag: Alle stehen füreinander ein und unterstützen sich gegenseitig in sämtlichen Belangen, keiner wird im Stich gelassen. Nach Fukushima wird die Bedeutung von Danketsu besonders deutlich: Viele Gewerkschafter sind sofort in die betroffenen Regionen gefahren und organisieren seitdem erfolgreich Hilfe für die und mit den Betroffenen. In den letzten Wochen veranstaltete Doro Chiba Protestkundgebungen vor der Zentrale von TEPCO und demonstrierte gegen die japanische Regierung. Die Gewerkschaft fordert Transparenz über die Vorgänge in Fukushima und dass die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden.

Mehr Infos, Fotos und Videos unter
http://www.doro-chiba.org/english/english.htm
http://dorochibanewsletter.wordpress.com/

Zengakuren (Allgemeiner Verband der studentischen Selbstverwaltungen) ist eine linke Dachorganisation von Studenten in Japan. Sie wurde 1948 gegründet. In den 1960er Jahren kam es zur Spaltung der Zengakuren, so dass es heute mehrere Organisationen unter diesem Namen gibt. Die Studentin, die die japanische Delegation begleitet gehört zur Zengakuren-Organisation, die eng mit der JRCL (Japanische Revolutionär-Kommunistische Liga) verbunden ist. Diese Studentenorganisation ist maßgeblich an den Kämpfen gegen die Auflösung der Studentenvertretungen und die Repression an den Universitäten beteiligt. Auf jede Protestaktion der Studierenden reagiert die Uni-Leitung mit massiver Gewalt. Seit März 2006 wurden insgesamt 110 Studenten verhaftet und oft wochenlang ohne Gerichtsverhandlung festgehalten. Zengakuren arbeitet mit den wenigen Studentenvertretungen, die es noch gibt, eng zusammen und führt verschiedenste Aktionen, so auch Uni-Besetzungen, durch.

Der Infoladen macht Sommerpause

Wir haben uns entschieden, bis Ende August eine Sommerpause zu machen, während deren wir den Zugang zum Laden nur auf Anfrage ermöglichen. Wenn Ihr vorbeikommen, rumstöbern, mit Eurer Gruppe bei uns treffen oder im Laden mitmachen wollt, schickt uns eine Mail an schwarzaufweiss.distro[ät]web.de, damit wir dann einen Termin mit Euch ausmachen können.

Ansonsten empfehlen wir Euch ein paar Veranstaltungen in Köln:

Streik ab! – Filmreihe zu Streikbewegungen weltweit – Mittwochs ab 21 Uhr im Autonomen Zentrum (Wiersbergstr. 44, Köln-Kalk, U1/9 Kalk Kapelle)

Teheran-Tunis-Thessaloniki: Diskussionsreihe zur neuen Aufstandswelle – jeden 1. und 3. Donnerstag im Monat im Autonomen Zentrum (Wiersbergstr. 44, Köln-Kalk, U1/9 Kalk-Kapelle)

Veranstaltung zu Arbeitsunfällen und Bahnprivatisierung

- Informationen über den tödlichen Arbeitsunfall von zwei Bahnarbeitern in Köln-Mülheim im Dezember

- Hintergründe zur Bahnprivatisierung am Beispiel der British Rail

- Film über britische Bahnarbeiter
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Bremen: Die andere Arbeiter_innenbewegung in Aktion

Veranstaltung am 30. November 2010 um 19 Uhr im Naturfreundehaus (Köln-Kalk, Kapellenstr. 9A, U1/9 Kalk Kapelle)

Bremen ist Spitzenreiter: in der Leiharbeit. Auch Mini- und 1-Euro Jobs gibt es massenhaft. Die Zustände sind zum Kotzen. Es gibt aber auch traditionelle große Industriebetriebe der Stahl-, Metall- und Elektroindustrie und die Hafenarbeit, durch die alles in die ganze Welt exportiert wird.
Überall wird dabei seit der Krise verstärkt Druck von den Unternehmen auf die Beschäftigten ausgeübt. Es gibt Entlassungen, Lohndrückerei, Auslagerungen…
…doch nicht alle nehmen es kampflos hin: Streiks, Blockaden, Besetzungen werden durchgeführt.
KollegInnen aus unterschiedlichen Betrieben lernen sich bei den Aktionen kennen und vernetzen sich selbstständig, um den Angriffen des Kapitals etwas entgegenzusetzen. AktivistInnen aus einem selbstorganisierten überbetrieblichen Gesprächskreis berichten über die Vorgänge in Bremen.
In der anschließenden Diskussion versuchen wir der Frage nachzugehen, welche Lehren die Bremer Prozesse für uns in Köln bringen können.

Veranstalter_innen: Infoladen Schwarz Auf Weiss, Antifa AK